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Praxiswissen

Die Vorteile von automatisierten Fertigungsprozessen

Auf einen Blick

  • Automatisierte Fertigungsprozesse wirken vor allem über Wiederholgenauigkeit, planbare Durchlaufzeiten und weniger manuelle Fehler.
  • Sie entlasten Beschäftigte von körperlich belastenden und risikobehafteten Handgriffen.
  • Automatisierung ist eine Investition mit Anschaffungs-, Wartungs- und Schulungsanteil und rechnet sich nicht bei jeder Losgröße.
  • Der größte Bremsklotz sind selten die Maschinen, sondern die Nebenprozesse rundherum.
  • Materialbereitstellung und Werkzeugausgabe gehören zu den Nebenprozessen, die oft manuell geblieben sind.

Automatisierung in der Fertigung wird häufig auf die Maschine reduziert. Tatsächlich entscheidet sich der Nutzen an der Frage, welche Aufgaben überhaupt automatisiert werden und wie gut die umliegenden Abläufe dazu passen. Dieser Beitrag ordnet ein, wo automatisierte Fertigungsprozesse messbar wirken, was sie kosten und woran sie in der Praxis oft hängen bleiben.

Was Automatisierung in der Fertigung tatsächlich leistet

Der offensichtliche Effekt ist Geschwindigkeit. Der wirtschaftlich wichtigere ist Wiederholgenauigkeit. Eine Maschine liefert bei gleicher Einstellung gleiche Ergebnisse, unabhängig von Tageszeit, Schicht oder Tagesform. Daraus ergeben sich mehrere Folgeeffekte:

  • Ausschuss und Nacharbeit sinken, weil Toleranzen enger gehalten werden.
  • Durchlaufzeiten werden planbar, was die Terminzusage gegenüber Kunden belastbarer macht.
  • Qualifizierte Beschäftigte werden von Routinetätigkeiten entlastet und können sich auf Einrichten, Prüfen und Störungsbehebung konzentrieren.
  • Prozessdaten fallen automatisch an und lassen sich für Auswertungen nutzen.

Entscheidend ist die Auswahl. Automatisierung wirkt dort am stärksten, wo Vorgänge häufig, gleichartig und klar beschreibbar sind. Bei kleinen Losgrößen mit hoher Variantenvielfalt kehrt sich der Effekt schnell um, weil Rüst- und Programmieraufwand die Ersparnis auffressen.

Sicherheit: weniger manuelle Handgriffe, weniger Risiko

Ein Aspekt, der in der Wirtschaftlichkeitsrechnung oft fehlt, ist der Arbeitsschutz. Wo Beschäftigte nicht mehr manuell mit heißen, scharfkantigen oder schweren Teilen hantieren müssen, sinkt die Zahl der Situationen, in denen etwas passieren kann. Das gilt für Handling schwerer Bauteile ebenso wie für den Umgang mit Gefahrstoffen.

Automatisierung ersetzt dabei keine Schutzausrüstung und keine Unterweisung. Sie verändert nur, wo und wie oft Beschäftigte in die Nähe der Gefährdung kommen. Persönliche Schutzausrüstung bleibt notwendig, insbesondere beim Einrichten, bei der Wartung und bei Störungen, also genau in den Momenten, in denen die Schutzeinrichtungen geöffnet sind.

Was Automatisierung kostet und wo sie sich rechnet

Die Investition besteht aus mehr als dem Maschinenpreis. Hinzu kommen Integration, Peripherie, Wartung, Ersatzteile und die Qualifizierung der Beschäftigten. Wird der Schulungsanteil zu klein angesetzt, bleibt die Anlage hinter ihren Möglichkeiten, weil niemand sie sicher umrüsten oder eine Störung ohne externen Service beheben kann.

Sinnvoll ist deshalb eine nüchterne Betrachtung über die gesamte Nutzungsdauer:

  • Wie hoch ist die tatsächliche Auslastung, nicht die theoretische?
  • Wie viele Varianten muss die Anlage abdecken und wie oft wird gerüstet?
  • Wer hält die Anlage instand, und mit welcher Reaktionszeit?
  • Welche Nebenprozesse müssen mitwachsen, damit die Anlage nicht auf Material wartet?

Wo Automatisierung in der Praxis stecken bleibt

Die letzte Frage ist die wichtigste. In vielen Betrieben ist der Kernprozess weit automatisiert, während alles darum herum manuell geblieben ist. Der Bediener verlässt die Maschine, um im Lager ein Werkzeug zu holen. Das Ausgabefenster ist in der Nachtschicht nicht besetzt. Ein Messmittel liegt irgendwo, sein Prüfstatus ist unklar. Verbrauchsmaterial ist aufgebraucht, aber niemand hat es gemeldet.

Diese Unterbrechungen tauchen in keiner Maschinenstatistik auf, kosten aber Laufzeit. Sie sind auch der Grund, warum eine hoch ausgelastete Anlage im Alltag deutlich unter ihrem rechnerischen Ausstoß bleibt. Wer Automatisierung ernst meint, betrachtet deshalb nicht nur die Bearbeitung, sondern die gesamte Kette bis zur Bereitstellung von Werkzeug, Schutzausrüstung und Verbrauchsmaterial.

Was das für die Materialausgabe im Betrieb bedeutet

Diese Unterbrechungen lassen sich mit einem Ausgabeautomaten weitgehend vermeiden. Werkzeuge, Messmittel, C-Teile, Verbrauchsmaterial und Schutzausrüstung stehen rund um die Uhr bereit, auch in Nacht- und Wochenendschichten und ohne Ausgabepersonal. Jede Entnahme wird gebucht und ist der Person zugeordnet, Berechtigungen und Mengenlimits lassen sich pro Mitarbeiter oder pro Gruppe und Abteilung hinterlegen. Bei entsprechender Konfiguration kann auch ein hinterlegter Prüf- oder Kalibrierstatus die Ausgabe sperren. Eine Prüfung durch eine befähigte Person und eine Kalibrierung ersetzt das nicht. Wie sich das in einer Fertigungsumgebung abbilden lässt, zeigt die Seite zum Ausgabeautomaten im Maschinenbau.

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Kassem Taleb, Geschäftsführer von MSK Protect24, mit ausgewählten PSA-Artikeln aus dem Protectomat-Sortiment

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