- In der Logistik entscheidet Kleidung über Sichtbarkeit, Bewegungsfreiheit und Temperaturschutz — drei Faktoren, die für die Arbeitssicherheit maßgeblich sind.
- Zwischen Kühlbereich, Rampe und Halle liegen große Temperaturunterschiede; Zwiebelprinzip schlägt eine einzelne dicke Jacke.
- Sicherheitsschuhe sind der meistbelastete Teil der Ausstattung und gehören in eine regelmäßige Sichtprüfung.
- Warnschutz verliert seine Wirkung durch Verschmutzung und Verschleiß, nicht erst durch sichtbare Löcher.
- Der Engpass ist selten die Beschaffung, sondern die Ausgabe: Wo Ersatz nicht schnell verfügbar ist, wird abgenutzte Ausrüstung weitergetragen.
In Lager, Kommissionierung und Versand wird viel gelaufen, gehoben und rangiert — bei Zugluft, wechselnden Temperaturen und im gemeinsamen Verkehrsraum mit Staplern. Arbeitskleidung ist hier kein Ausstattungsdetail, sondern Teil der Arbeitssicherheit und der Produktivität. Dieser Beitrag fasst zusammen, worauf Logistikbetriebe bei Funktionskleidung achten sollten und wo im Alltag die eigentlichen Schwachstellen liegen.
Was Funktionskleidung in der Logistik leisten muss
Funktionskleidung unterscheidet sich von einfacher Berufskleidung durch das Materialverhalten unter Belastung. Sie transportiert Feuchtigkeit nach außen, hält gleichzeitig warm und behindert die Bewegung nicht. Genau diese Kombination ist im Lager entscheidend: Wer im Wechsel zwischen beheizter Halle, offener Rampe und gekühltem Bereich arbeitet, schwitzt und kühlt anschließend aus.
Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip aus mehreren dünnen Lagen statt einer dicken Jacke. Sinnvolle Eigenschaften sind:
- atmungsaktive Materialien, die Feuchtigkeit ableiten,
- eine wasser- und windabweisende Außenlage für Rampe und Hof,
- Bewegungsfreiheit an Schultern und Knien für Hebe- und Bücktätigkeiten,
- robuste Verarbeitung an Nähten, Taschen und Reißverschlüssen.
Hochwertige Materialien halten länger und müssen seltener ersetzt werden. Der Effekt zeigt sich allerdings erst dann in den Zahlen, wenn der Betrieb weiß, wie oft tatsächlich nachbeschafft wird.
Warnschutz und Sichtbarkeit
Überall dort, wo sich Personen und Flurförderzeuge denselben Raum teilen, ist Sichtbarkeit die wichtigste Schutzfunktion überhaupt. Warnschutzkleidung wirkt über zwei Elemente: die fluoreszierende Fläche bei Tageslicht und die retroreflektierenden Streifen im Scheinwerferlicht. Beide verlieren an Wirkung, lange bevor das Kleidungsstück beschädigt aussieht.
Typische Ursachen sind ausgewaschene Farben nach vielen Waschgängen, verschmutzte oder abgeriebene Reflexstreifen und Jacken, die im Betrieb offen getragen werden, sodass die Fläche verdeckt ist. Praktisch heißt das: Warnschutz gehört in eine regelmäßige Sichtprüfung, und die Anforderungen der geltenden Normen und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. Welche Warnschutzklasse an welchem Arbeitsplatz nötig ist, ergibt sich aus dieser Beurteilung und nicht aus dem Katalog.
Sicherheitsschuhe als meistbelastetes Ausstattungsteil
Sicherheitsschuhe schützen vor herabfallenden Gegenständen, vor Tritten in scharfkantiges Material und je nach Ausführung auch vor rutschigen Böden, Nässe oder elektrostatischer Aufladung. In der Logistik werden sie über die gesamte Schicht getragen und legen dabei erhebliche Wegstrecken zurück — sie sind damit das Teil der Ausstattung, das am schnellsten verschleißt.
Auf diese Punkte kommt es an:
- Passform: Ein drückender Schuh wird ausgezogen oder offen getragen.
- Sohle: Rutschhemmung ist auf glatten Hallenböden und feuchten Rampen entscheidend.
- Zustand: Abgelaufene Profile, Risse im Obermaterial und beschädigte Kappen sind Aussortierkriterien.
- Ersatzverfügbarkeit: Ohne schnellen Ersatz wird der abgenutzte Schuh weitergetragen.
Regelmäßige Kontrollen sind sinnvoll, greifen aber nur, wenn ein Austausch ohne Wartezeit möglich ist.
Der eigentliche Engpass: die Ausgabe
Die Auswahl der richtigen Kleidung ist in vielen Logistikbetrieben längst getroffen. Was fehlt, ist ein verlässlicher Weg von der Ausstattung zum Mitarbeiter. Typische Situation: Die Frühschicht beginnt um fünf Uhr, die Ausgabe öffnet um acht. Wer eine durchnässte Jacke oder einen defekten Schuh hat, arbeitet drei Stunden ohne passenden Schutz oder greift auf irgendetwas zurück, das gerade greifbar ist.
Dazu kommt die fehlende Nachvollziehbarkeit. Wenn niemand dokumentiert, wer welche Ausrüstung wann erhalten hat, lässt sich weder der Verbrauch erklären noch die Ausstattung bei Bedarf belegen. Beides wird spätestens dann zum Thema, wenn Saisonkräfte und Leiharbeiter hinzukommen.
Was das für die Materialausgabe im Betrieb bedeutet
Ein Ausgabeautomat schließt genau diese Lücke. Er gibt Warnschutz, Handschuhe, Sicherheitsschuhe und Verbrauchsmaterial rund um die Uhr aus, auch außerhalb der Ausgabezeiten und ohne Ausgabepersonal. Mitarbeiter identifizieren sich per RFID-Karte, Chip oder PIN; jede Entnahme wird gebucht und ist der Person zugeordnet. Berechtigungen und Mengenlimits lassen sich pro Mitarbeiter oder pro Gruppe und Abteilung hinterlegen, die Auswertung nach Kostenstelle und Abteilung steht als CSV-Export bereit. Bei entsprechender Konfiguration lassen sich außerdem defekte Leihartikel sperren. Acht Bediensprachen — Deutsch, Englisch, Türkisch, Rumänisch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch und Arabisch — erleichtern die Nutzung in gemischten Teams. Wie das im Lagerbetrieb aussieht, zeigt die Seite zum Ausgabeautomaten für Logistik und Lager.